Osternacht 2010

Artikel aus der Volksstimme, Der Altmärker, vom 7.4.2010, von Dirk Andres , Fotos Dirk Andres

Christen erleben Osternacht in Tangermünde

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Seit fünf Jahren wird die Auferstehung Jesu in der evangelischen Gemeinde St. Stephan in Tangermünde mit einem morgendlichen Gottesdienst gefeiert.

Traditionell wurden am Ostersonntag Mitglieder der Gemeinde getauft. Knapp 100 Christen nahmen an der Zeremonie teil.

Völlige Dunkelheit herrschte am Ostersonntag zu Beginn des Gottesdienstes gegen halb sechs in der Tangermünder St. Stephanskirche. Nur eine kleine Taschenlampe spendete Pfarrer Jürgen Weinert etwas Licht, als er die Geschichte von Jesu verlas. „Der Tod hat nicht das letzte Wort“, sagte er und zündete symbolisch für die Auferstehung Jesu die große Osterkerze an.

Kurz darauf stimmte der Chor unter der Leitung von Christoph Lehmann das Lied „Christ ist erstanden“ an. Dann war es Zeit für die traditionelle Taufe in der Taufkapelle von St. Stephan.

Die Besucher folgten Pfarrer Jürgen Weinert und entzündeten an der großer Osterkerze ihre kleinen Kerzen, die sie zu Beginn des Gottesdienstes erhalten hatten.

Gleich sieben Kinder beziehungsweise Erwachsene empfingen ihre Heilige Taufe vom Gemeindeoberhaupt. Das Wasser für die Zeremonie hatte ein Mitglied der Gemeinde zuletzt aus Israel mitgebracht.

1Der erste Täufling am Ostersonntag war Patrice Gerome Wittenhagen. Der jüngste Spross von Anja und Jörn Wittenhagen aus Kloster Neuendorf war am 1. April ein Jahr alt geworden und war während der Taufzeremonie ganz ruhig. Neben seinen Eltern stand auch Bruder Maurice am Taufbecken. „Mit dir ist unsere Familie komplett. Dein Bruder ist ganz stolz auf dich und du bedeutest für uns pures Glück“, verlas Mutter Anja Wittenhagen nach der Taufe aus einem Brief.

Dieses Schriftstück wurde nach dem Verlesen vor der Gemeinde wieder verschlossen und soll dem Täufling in einigen Jahren übergeben werden. „Dann finden die Kinder eine Antwort darauf, warum ihre Eltern sich für Taufe entschieden haben“, sagte Pfarrer Jürgen Weinert. Er hat die Brief tradition während seiner Amtszeit vor etwa 13 Jahren in Kloster Neuendorf eingeführt. Seine Arbeit dort ist auch die Verbindung zu dem jungen Paar. So hat er Anja Wittenhagen (geborene Müller) in Kloster Neuendorf konfirmiert, das Paar vor einigen Jahren getraut und nach Maurice nun auch Patrice getauft. „Sie sind mir nach Tangermünde gefolgt“, sagte Weinert und freut sich über diesen Umstand.

 

Während Eltern in Patrice‘s Fall die Entscheidung über das Bekenntnis zu Gott übernommen haben, hat das Vivien Winter aus Tangermünde für sich selbst entschieden. Als Pate stand ihr Matthias Ulbricht zur Seite. „Es ist wichtig, dass auch Erwachsene eine Vertrauensperson haben“, sagte Weinert und übergab der 24-Jährigen ihre Taufkerze und ein Kreuz.

Getauft wurden im Kreise der Gemeinde auch Nadine Schmer samt ihren Töchtern Jasmin und Aenny aus Tangermünde, Margarethe Neumann aus Tangermünde und Iris Weiberg aus Miltern.

Nach der Taufzeremonie empfingen die Gäste der Osternacht das Abendmahl im Hohen Chor. Musikalisch begleitet wurde diese Zeremonie vom Kantoreichor.Im Anschluss an diesen besonderen Gottesdienst wurde bei einbrechender Dämmerung das Osterfeuer auf dem Pfarrhof entzündet. Anschließend folgten einige Mitglieder der Gemeinde dem Pfarrer zum Osterspaziergang und genossen das gemeinsame Frühstück in der Landeskirchlichen Gemeinschaft.